Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Hamburg e.V.
der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft

DPG Institut Hamburg

Der „psychoanalytische Säugling“ - Die Geburt der Seele in verschiedenen Konzepten der Psychoanalyse

Walter Marggraf, Martina Müller, Johanna Naumann

Der „psychoanalytische Säugling“ - Die Geburt der Seele in verschiedenen Konzepten der Psychoanalyse

Donnerstag, 13.02.14 von 18:30 – 20:00
Samstag, 15.02.14 von 10:00 – 15:30
9 Unterrichtstd.

Innerhalb des neuen Grundlagenprofils I werden wir über vier Semester verteilt ausführlich psychoanalytische Grundlagen zum Verständnis der Welt des primären seelischen Erlebens erarbeiten. Die besondere psychoanalytische Erfahrung öffnet einen Zugang zu den frühen Seelenvorgängen. Dabei bleibt man immer ein verspäteter Gast am Tisch der primären Objektbeziehungen. Wir können sie nicht unmittelbar empirisch beobachten. Nachträglich gewinnen sie in psychoanalytisch verstandenen Erzählungen ihre Bedeutung für ein Verstehen von unbewussten Beziehungen in der Gegenwart der analytischen Situation. Auf diese Weise können wir die Welt des primären seelischen Erlebens als Motivationen, Befindlichkeiten, Emotionen, Gedanken, Phantasien, Vorstellungen, Haltungen, Abwehrorganisationen verstehen, welches als Unbewusstes dem manifesten Verhalten zugrundeliegt.
Die psychoanalytischen Erkenntnisse über die widersprüchlichen, zunächst noch präsymbolischen emotionalen Entwicklungsprozesse des gedachten Säuglings sollen in ihren unterschiedlichen Stadien im Laufe der vier Seminareinheiten zugänglich und verstehbar werden.  

Im 1. Semester steht das Freudsche Modell des Säuglings im Mittelpunkt der Seminareinheit.
Wir zeigen auf, wie Freud seine eigenen Konzeptualisierungen über die Jahre immer wieder um- und ausgebaut hat, um den vielfältigen Facetten der frühen Entwicklung gerecht zu werden. Wir vollziehen nach, was es heißt, wenn das Ich ursprünglich lustsuchend ist und sich im libidinösen Zustand des Narzissmus befindet. Wie stellt sich Freud vor, werden die drängenden Bedürfnisse eines rudimentären Ichs seelisch repräsentiert? Ist das theoretische „Baby“ primär trieborientiert oder objektsuchend, was wird aus der Aggression, der Unlust? Wie denkt sich Freud die frühen Formen von Liebe und Hass. Überlegungen, die Freud in „Jenseits des Lustprinzips“ wesentlich weiter und neu gedacht hat.
Wir wollen anhand aktueller Diskussionen ein modernes Verständnis psychoanalytischer Grundbegriffe anlegen, das ermöglicht psychoanalytisch zu denken und zu konzeptualisieren. Beispielsweise sollen diese Grundlagen helfen, klinische Problemstellungen, z.B. regressive Phänomene, zu erhellen  und sie sollen für die Entwicklung psychodynamischer Hypothesen bei Erstinterviews oder Berichten zum Tragen kommt.
Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar bildet die Lektüre von E. Krejci: Psychogenese im ersten Lebensjahr.

Literatur:

Britton,R., Hysterie (I): Anna O., in: ders., Sexualität, Tod und Über-Ich, Klett-Cotta, Stuttgart 2006, S.19-44    
Krejci,E., Psychogenese im ersten Lebensjahr, edition diskord, Tübingen 1999
Freud, S., Das Ich und das Es. GW XIII, S. 111-205
Kutter, P., Müller, T.: Psychoanalyse. Eine Einführung in die Psychologie unbe wusster Prozesse, Klett Cotta

Literaturliste sowie Seminarplan hängen rechtzeitig  aus.

Das Seminar ist für Weiterbildungsteilnehmer bis zum Vorkolloquium ausgerichtet, andere Interessierte wie Studenten der Psychologie und Medizin oder diejenigen, die ihre Grundkenntnisse vertiefen möchten, sind willkommen. Gasthörer sind in Absprache mit den Dozenten ausdrücklich eingeladen, teilzunehmen.  

Anmeldung unter: johanna-naumann@gmx.de


Aktuelles

Wintersemester 2017-18

Das neue Semesterprogramm ist online!

16.02.18

Zur Dekonstruktion geschlechtlicher Normativität - Queer Theory und Psychoanalyse. Die Wiener Psychoanalytikerin Mag.a Dr.in Esther Hutfless wird über die Schnittmengen zwischen Psychoanalyse und Queer Theory sprechen.

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22.09.17

M. Fakhry Davids, britischer Psychoanalytiker aus London, hat am 22.09.17 einen Vortrag zum Themaüber 'Internal Racism' gesprochen.

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20.04.17 ff.

Der Traum und die Psychoanalyse (Vortragsreihe). Torsten Maul, Dozent am Hamburger DPG-Institut hat am 11. Mai über den Umgang mit der Traumerzählung in psychoanalytischen und tiefenpsychologisch fundierten Behandlungen gesprochen; moderiert wurde die Veranstaltung von Gabriele Amelung.

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