Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Hamburg e.V.
der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft

DPG Institut Hamburg

psychoanalytischer Säugling 2

Der „psychoanalytische Säugling“ – Die Geburt der Seele in verschiedenen Konzepten der Psychoanalyse: Melanie Kleins Konzeptionen

 

Walter Marggraf, Martina Müller, Johanna Naumann


Donnerstag, 08.05.2014 von 18:30 bis 20:00: Einführung

Samstag, 17.05.2014 von 10:00 bis 15:30

5 Doppelstunden

 

Mit diesem Seminar möchten wir den über vier Semester gehenden Zyklus früher Funktionsweisen emotionaler Entwicklung mit den Konzeptionen Melanie Kleins fortsetzen.

Ihre Konzepte zur kindlichen Entwicklung haben das moderne psychoanalytische Denken und Arbeiten entscheidend vertieft um die Dimension der sprachlosen, nicht- oder prä-symbolischen Erfahrungen der Säuglingswelt. Im analytischen Prozeß begegnen uns solche Phänomene häufig in der Regression unserer Patienten. Freuds Entdeckungen galten dem Kind im Erwachsenen, M. Klein entdeckte das Baby in ihm und beschrieb in teilweise sehr konkreten Ausdrücken die vielfältigen und widersprüchlichen emotionalen Erfahrungen des Säuglings. MK geht davon aus, dass der menschliche Säugling eingesponnen in die Phantasien seiner Mutter und seiner Eltern zur Welt kommt. „Das Baby wird mit seinen Objekten geboren“. Das war eine fundamental neue Sichtweise, die Kontroversen hervorruft. Mit denen wir uns befassen werden.

Was Freud als „narzisstische Besetzung“ des Objekts formuliert hat, begreift MK als frühe Kommunikation zwischen Säugling und Mutter, wodurch sie eine innere Welt der Objektbezogenheit konstruiert. Was heißt es, wenn sie dem Säugling unbewusste Phantasien von Anbeginn des Lebens zugeschrieben hat? Wie bilden sich psychische Objekte aus intensiver emotionaler Erfahrung des Babys von Zufriedenheit und Selbstverlust, Verbundenheit und Getrenntheit, Strahlendem Glück und tiefer Verzweiflung?

 

Wie konsequent und kreativ MK sich in ihren Weiterentwicklungen mit Freuds Konzepten auseinandergesetzt hat, wird im Seminarverlauf deutlich werden. Denn die Aufnahme seines Todestriebkonzepts bildet eine tragende Säule in MKs Theoriegebäude, was wir anhand zentraler Theoreme nachvollziehen: Was versteht sie unter Projektiver Identifikation, was beinhaltet ihr Neidkonzept, ihr Verständnis früher Abwehrbewegungen von Ängsten (PS und D) und des frühen Ödipuskomplexes.

 

Anhand von Fallmaterial werden wir die einzelnen Begrifflichkeiten anschaulich diskutieren.

 

Literatur:

- Melanie Klein: Das Seelenleben des Kleinkindes. Die Bedeutung der Symbolbildung für die Ichentwicklung. S. 36 – 54

- Die Freud/Klein-Kontroversen 1941 – 1945 Zweiter Band: Vortrag von Melanie Klein über „Gefühlsleben und Ich-Entwicklung des Säuglings unter besonderer Berücksichtigung der depressiven Position. S 217 – 269

- Julia Kristeva: Das weibliche Genie Melanie Klein. Das Leben, der Wahn, die Wörter. Psychosozial-Verlag Kap. VI: Mutterkult oder Lob des Muttermordes? Die Eltern S. 113

- Hanna Segal: Melanie Klein. Eine Einführung in ihr Werk.


Das Seminar vermittelt Grundlagen und ist für alle TeilnehmerInnen in Aus- und Weiterbildung, StudentInnen und GasthörerInnen geeignet.

Die Teilnahme am vorangehenden Seminar bildet keine Voraussetzung. Bei Interesse kann der Seminarordner dazu eingesehen werden.

 

Anmeldungen unter: johanna-naumann@gmx.de

 

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