Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Hamburg e.V.
der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft

DPG Institut Hamburg

Kunst und Psychoanalyse

Was ist eine ästhetische Erfahrung?
Kunst und Psychoanalyse geben darauf Antworten

Dipl.-Psych. Johanna Naumann, Dipl.-Psych. Martina Müller

 

Termin: 30.05.15
Uhrzeit: 10:30 -  14:00  /2 Do-Std.
ORT: Holthoff-Mokross Galerie    Fischers Allee 70

Kunst inspiriert, provoziert und animiert, zu erkennen, zu fühlen. Kunst schafft Symbole. Giacometti stellt Bilder und Plastiken her, wie er sagt, um “die Wirklichkeit anzuprangern, um mich zu verteidigen, um mich zu ernähren, um stärker zu werden ... um mich des Hungers, der Kälte, des Todes zu erwehren.“ Kunst zu erfahren oder sie entstehen zu lassen, ist Zeuge für kreatives Potential, wodurch u.a. reparative Impulse freigesetzt werden. Damit werden ungekannte Aspekte psychischer Wirklichkeit lebendig. Unfertiges, wie Skizzen, Kollagen, Installationen oder z.B. die Malerei G. Richters, machen besonders eindrücklich den künstlerischen Prozess dialogischen Geschehens transparent, der dann eine innere oder auch gesellschaftliche Reflexion ermöglicht.
Psychoanalyse setzt einen ähnlich inspirativen Prozess im Analysanden und Analytiker durch Übertragung und Gegenübertragung in Gang, der zum einen das Potential für Erkenntnis und Veränderung entfaltet. Das bedeutet, zu einer psychischen Verfassung zu gelangen, die Realität anerkennt und daher wirklich und lebendig ist. Zum anderen droht im analytischen Raum diese Verfassung umzuschlagen, indem Bedeutungsvolles zu Unwirklichem, Fremden und Totem wird. Psychoanalyse erschafft durch diese Vorgänge auch Symbole.
Seit Freuds „Der Moses des Michelangelo“ (1914) hat die Psychoanalyse unterschiedliche Konzeptionen hervorgebracht, den Künstler, die Kunst und künst-lerische Prozesse zu verstehen. Anhand von künstlerischem und psychoanalytischem Material werden wir im Seminar diskutieren, wie die Psychoanalyse über Kunst denkt. Kunst und Psychoanalyse werden darüber hinaus in einen Dialog kommen, indem wir uns exemplarisch mit einem aktuellen Kunstwerk auseinander setzen. Andere Professionen (Künstler, Kunsthistoriker) wollen wir einladen, am Seminar teilzunehmen.
Voraussetzung für die Teilnahme bildet die Kenntnis der angegebenen Literatur.
Literatur:
Claudia Frank: Mains tenant le vide – Maintenant le vide. Überlegungen zu Giacomettis Skulpturen (von ca. 1947 bis ca. 1952) und zum analytischen Prozeß. In: Jahrbuch der Psychoanalyse 44, S. 63 – 10 , frommann-holzboog

Aktuelles

Wintersemester 2017-18

Das neue Semesterprogramm ist online!

16.02.18

Zur Dekonstruktion geschlechtlicher Normativität - Queer Theory und Psychoanalyse. Die Wiener Psychoanalytikerin Mag.a Dr.in Esther Hutfless wird über die Schnittmengen zwischen Psychoanalyse und Queer Theory sprechen.

Weiterlesen ...

22.09.17

M. Fakhry Davids, britischer Psychoanalytiker aus London, hat am 22.09.17 einen Vortrag zum Themaüber 'Internal Racism' gesprochen.

Weiterlesen ...

20.04.17 ff.

Der Traum und die Psychoanalyse (Vortragsreihe). Torsten Maul, Dozent am Hamburger DPG-Institut hat am 11. Mai über den Umgang mit der Traumerzählung in psychoanalytischen und tiefenpsychologisch fundierten Behandlungen gesprochen; moderiert wurde die Veranstaltung von Gabriele Amelung.

Weiterlesen ...