Schmid-Gloor Abstract 10-15

Von Sigmund Freud zu André Green –zur Implementierung des Narzissmus in eine erweiterte Triebtheorie

Eva Schmid-Gloor, Zürich

Mit seinem dualen Konzept „Lebensnarzissmus und Todesnarzissmus“ hat uns der französische Psychoanalytiker André Green eine Narzissmus-Theorie geliefert, die  für unsere aktuelle Klinik von grosser Bedeutung ist und uns herausfordert.  Eva Schmid-Gloor wird im ersten Teil ihres Vortrages  Greens Narzissmus-Konzept vorstellen und dabei auch auf die von ihm vorgeschlagene Ergänzung der Triebtheorie mit einer „dritten Topik“ zu sprechen kommen.  Green möchte mit dieser Erweiterung  und Umformung die Freudsche Triebtheorie um einen Bereich ergänzen, den er in in ihr vermisst und dessen Fehlen seiner Ansicht nach viele post-Freudsche Analytiker veranlasst hat,  die Triebtheorie über Bord zu werfen und ausschliesslich die Objektbeziehungstheorie zu favorisieren: Um den Bereich des Objektes und der Bedeutung  seiner Antwort auf Begehren und Wünsche des Subjekts für dessen Triebstrukturierung.
Greens erweiterte Triebtheorie  enthält die Konzeptualisierung je einer subjektalen und einer objektalen Triebströmung.  In allen psychischen Erscheinungsformen artikulieren sich die zwei Dimensionen verbunden und verknüpft.
Mit einem klinischen Beispiel werden Wert und Umsetzbarkeit der Greenschen Theorie  für unsere Arbeit mit  nicht-neurotischen Patienten dargestellt.