Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Hamburg e.V.
der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft

DPG Institut Hamburg

28.09.16

Öffentlicher Vortrag im Rahmen der Herbstakademie: 'Versuch, das radikal Böse zu verstehen' von Prof. Dr. Hans-Jürgen Wirth

Moderation: Gabriele Amelung

Öffentlicher Vortrag mit Diskussion am Mittwoch, 28.09.16 um 19:00 bis 21:00, Uni Hamburg, Von-Melle-Park 9

Wie werden aus normalen jungen Männern Massenmörder? In der Genozid-­‐Forschung stehen sich zwei Erklärungsansätze diametral gegenüber: Während der eine von Hannah Arendts Diktum der »Banalität des Bösen« ausgeht und in den Handlungen der brutalsten Massenmörder nur das Verhalten von »ganz normalen Menschen« (Harald Welzer) sieht, die sich konform zur herrschenden Tötungsmoral verhielten, führt der entgegengesetzte, psychoanalytisch fundierte Ansatz die gleichen Handlungen auf den »bösartigen Narzissmus« (Otto Kernberg) zurück, der auch als Ausdruck des Todestriebes interpretiert werden kann.

Hans-­‐Jürgen Wirth diskutiert beide Theorien als relevante Erklärungsansätze und unternimmt den Versuch, sie in einer sozialpsychoanalytischen Theorie kollektiver Identitäten und kollektiver Traumata zu integrieren.

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